Presse
Frankfurter Rundschau: Behandlung für Bedürftige kostenfrei - 25.11.2005
Mitglieder der „Gesundheitsengel“ verzichten bei Menschen, die das Diakonische Werk schickt, auf Honorar
Eine kostenfreie medizinische Rundum-Versorgung für Bedürftige hat sich der Verein „Die Gesundheitsengel“ zum Ziel gesetzt.
DARMSTADT „Ich schenke fünf Menschen ein schönes Lächeln und saniere kostenfrei ihre Zähne innerhalb einer,Woche." Diesen kurzen, Satz mailte Zahnarzt Martin Ahrberg vor einem Jahr dem Hessen Fernsehen. Initiatoren von 120 Projekten wetteiferten dort miteinander, "Engel von Hessen" zu werden. Ahrberg gewann und verpflichtete sich, weitere Ärzte zu suchen, die einen Bedürftigen ein Mal im Monat kostenlos behandeln. Dabei blieb es nicht. Der Mediziner-Kollege Houshang Saffar fragte Ahrberg: "Wollen wir daraus ein soziales Projekt machen?" Gesagt, getan - im Januar 2005 entstand der Verein.
Unter: den zwölf Gründungsmitgliedern sind nicht nur Zahnärzte. Auch ein Orthopäde, ein Gynäkologe, eine Fußpflegerin, ein Steuerberater und Rechtsanwälte helfen Bedürftigen regefmäßig. Sie alle bieten ihr Können kostenlos an. Saffar sieht das rundherum positiv: „Warum soll ich zu Hause hocken?", sagt der Orthopäde im Ruhestand. „Meine Fähogkeiten werden noch gebraucht.“
In der Teestube "Konkret", der Anlaufstelle für Menschen in Wohnungsnot, arbeitet Saffar im Gesundheitsprojekt mit. Zwei Mal im Monat bieten Ärzte dort eine Sprechstunde an. In einem Raum ist dafür eine kleine Praxis zur Untersuchung eingerichtet.
Ahrberg vergleicht die Entwicklung des Vereins mit einem Schwungrad ,,Wir haben es ein Mal in Gang gesetzt, und jetzt läuft es von alleine" Inzwischen sind es 25 Mitglieder. Das Diakonische Werk wendet sich regelmäßig an den Verein - nicht nur, wenn es um eine Zahnbehandlung geht. Im Sommer etwa brauchten sie die Hilfe eines Rechtsanwalts für einen Hilfesuchenden. Ein Herr im Rentenalter wurde nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen, erzählt Ahrberg. „Er war nicht mehr versichert, und keine Krankenkasse wollte ihn nehmen.“ Die Gesundheitsengel-Anwälte erreichten schließlich die ihm zustehende Versicherung bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Die Ideen, Gutes zu tun, gehen den Mittgliedern dfs Vereins nicht aus: Sie erbitten Sachspenden wie Isomatten und Schlafsäcke, fragen in Kaufhäusern, ob die Geschäftsleitung warme Winterbekleidung kostenlos abgibt und erbitten Medikamente bei Arzneimittelfirmen für die Wohnheime des Diakonischen Werks.
Überdies wollen sie professioneller werden. Im Augenblick wird der Verein von Fachleuten der Wirtschaftsinitiative "startsocial" beraten. Die Gesundheitsengel hatten dort ihr Projekt als eines von 550 vorgestellt. Sie bekamen zusammen mit 99 anderen ein dreimonatiges Beratungsstipendium, weil das Projekt langfristig angelegt ist und mit einfachen Mittem umgesetzt werden kann. Als Ergebnis dieser Beratung wird der Verein etwa ein Büro einrichten. Bei allem Neuen verfolgt Ahrerg doch seine ursprüngliche Idee. Pro Woche behandeln er wie seine Kolleginnen in der Gemeinschaftspraxis ein oder zwei Patienten, die von der Diakonie geschickt werden. Das koste jeweils etwa 100 Euro. Er mache das gerne, weil schöne Zähne das Selbstbewusstsein und den Stolz aufbauen, schildert er seine Erfahrungen. "Denn das. Sozialgefälle sieht man am Gebiss." BARBARA KÖDERITZ
www.die-gesundheitsengel.de
Am morgigen Samstag, 26. November, informiert der Verein auf dem Luisenplatz von. 10 bis 18 Uhr über seine Arbeit
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DARMSTADT „Ich schenke fünf Menschen ein schönes Lächeln und saniere kostenfrei ihre Zähne innerhalb einer,Woche." Diesen kurzen, Satz mailte Zahnarzt Martin Ahrberg vor einem Jahr dem Hessen Fernsehen. Initiatoren von 120 Projekten wetteiferten dort miteinander, "Engel von Hessen" zu werden. Ahrberg gewann und verpflichtete sich, weitere Ärzte zu suchen, die einen Bedürftigen ein Mal im Monat kostenlos behandeln. Dabei blieb es nicht. Der Mediziner-Kollege Houshang Saffar fragte Ahrberg: "Wollen wir daraus ein soziales Projekt machen?" Gesagt, getan - im Januar 2005 entstand der Verein.
Unter: den zwölf Gründungsmitgliedern sind nicht nur Zahnärzte. Auch ein Orthopäde, ein Gynäkologe, eine Fußpflegerin, ein Steuerberater und Rechtsanwälte helfen Bedürftigen regefmäßig. Sie alle bieten ihr Können kostenlos an. Saffar sieht das rundherum positiv: „Warum soll ich zu Hause hocken?", sagt der Orthopäde im Ruhestand. „Meine Fähogkeiten werden noch gebraucht.“
In der Teestube "Konkret", der Anlaufstelle für Menschen in Wohnungsnot, arbeitet Saffar im Gesundheitsprojekt mit. Zwei Mal im Monat bieten Ärzte dort eine Sprechstunde an. In einem Raum ist dafür eine kleine Praxis zur Untersuchung eingerichtet.
Ahrberg vergleicht die Entwicklung des Vereins mit einem Schwungrad ,,Wir haben es ein Mal in Gang gesetzt, und jetzt läuft es von alleine" Inzwischen sind es 25 Mitglieder. Das Diakonische Werk wendet sich regelmäßig an den Verein - nicht nur, wenn es um eine Zahnbehandlung geht. Im Sommer etwa brauchten sie die Hilfe eines Rechtsanwalts für einen Hilfesuchenden. Ein Herr im Rentenalter wurde nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen, erzählt Ahrberg. „Er war nicht mehr versichert, und keine Krankenkasse wollte ihn nehmen.“ Die Gesundheitsengel-Anwälte erreichten schließlich die ihm zustehende Versicherung bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Die Ideen, Gutes zu tun, gehen den Mittgliedern dfs Vereins nicht aus: Sie erbitten Sachspenden wie Isomatten und Schlafsäcke, fragen in Kaufhäusern, ob die Geschäftsleitung warme Winterbekleidung kostenlos abgibt und erbitten Medikamente bei Arzneimittelfirmen für die Wohnheime des Diakonischen Werks.
Überdies wollen sie professioneller werden. Im Augenblick wird der Verein von Fachleuten der Wirtschaftsinitiative "startsocial" beraten. Die Gesundheitsengel hatten dort ihr Projekt als eines von 550 vorgestellt. Sie bekamen zusammen mit 99 anderen ein dreimonatiges Beratungsstipendium, weil das Projekt langfristig angelegt ist und mit einfachen Mittem umgesetzt werden kann. Als Ergebnis dieser Beratung wird der Verein etwa ein Büro einrichten. Bei allem Neuen verfolgt Ahrerg doch seine ursprüngliche Idee. Pro Woche behandeln er wie seine Kolleginnen in der Gemeinschaftspraxis ein oder zwei Patienten, die von der Diakonie geschickt werden. Das koste jeweils etwa 100 Euro. Er mache das gerne, weil schöne Zähne das Selbstbewusstsein und den Stolz aufbauen, schildert er seine Erfahrungen. "Denn das. Sozialgefälle sieht man am Gebiss." BARBARA KÖDERITZ
www.die-gesundheitsengel.de
Am morgigen Samstag, 26. November, informiert der Verein auf dem Luisenplatz von. 10 bis 18 Uhr über seine Arbeit
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