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Darmstädter Echo: Gesundheitsengel fliegen noch weiter - 11.11.2005
 

Soziales Netzwerk: Darmstädter Ärzte und Anwälte helfen Obdachlosen und Bedürftigen

Innerhalb eines Jahres ist es dem Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg gelungen, ein solides Netzwerk der Hilfe zu knüpfen. Ärzte und Rechtsanwälte, mit denen er den Verein „Die Gesundheitsengel“ aus der Taufe hob, beraten und behandeln Obdachlose und Arme kostenlos. Etwa achtzig Prozent der Bedürftigen sind nicht versichert. Ahrberg selbst ging mit gutem Beispiel voran, beflügelt von einem Sozialwettbewerb, den der Hessische Rundfunk ausgeschrieben hatte. Er schaffte es, mit seinem Projekt den von Fernsehzuschauern vergebenen Titel „Engel von Hessen“ zu erringen. Der Preis war mit Ehre, aber auch einem Geldbetrag verbunden. Der Zahnarzt hatte innerhalb mehrerer Wochen die Gebisse von Obdachlosen saniert und ihnen ein neues Lächeln geschenkt. Und mehr noch: Sie wurden zum Friseur geschickt und neu eingekleidet, das gab ihnen ein nie gekanntes Selbstwertgefühl. Das Fernsehpublikum war von den Vorher-/Nachher-Bildern verblüfft und angetan.

Für Ahrberg stand sofort fest, dass er mit gleich gesinnten Kollegen in dieser Richtung weitermachen würde. Der Kreis der von ihm angesprochenen und gewonnenen freiwilligen Helfer umfasst Zahnärzte, Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Rechtsanwälte, eine Sekretärin und einen Steuerberater. Auch das Elisabethenstift ist Partner geworden. Eine Fußpflegerin bietet ihre Dienste regelmäßig den Besuchern der „Teestube“ für Obdachlose an.

Inzwischen hat sich der Verein „Die Gesundheitsengel“ erfolgreich an dem bundesweiten Wettbewerb „startsocial 2005“ beteiligt und kam unter die 100 Ersten von 580 Mitbewerbern. Der Lohn: Sie wurden drei Monate lang von einem Experten gecoacht. Ergebnis: eine verbesserte Vereinsstruktur, ein Flyer, mehr Öffentlichkeitsarbeit.

Die Logistik der Gesundheitsengel können auch Privatleute in anderen Städten übernehmen – Interessenten für Filialen gibt es bereits in Frankfurt und Bonn. Sollten es die Gesundheitsengel beim Wettbewerb „startsocial“ unter die ersten 25 schaffen, ist ihnen ein Empfang im Kanzleramt und eine Prämie in Höhe von 5000 Euro gewiss. Die soll dann Bedürftigen zugute kommen.

Wie die irdische Engelhilfe im einzelnen funktioniert, macht Martin Ahrberg an drei Beispielen deutlich: Eine hochschwangere Schwarzafrikanerin hatte es nach Abschluss ihres Studiums in Darmstadt versäumt, ihre Krankenversicherung zu verlängern. Sie wurde kostenlos von einem Frauenarzt behandelt und im Marienhospital entbunden. Eine obdachlose Frau bekam eine Ausbildungsstelle als Zahnarzthelferin, und für einen haftentlassenen älteren Mann erreichten die Anwälte, dass ihn die AOK krankenversicherte.

Informationen über den Verein gibt es im Internet unter www.die-gesundheitsengel. de. Vereinsmitglieder sind an zwei Samstagen (26. November und 10. Dezember ) jeweils von 10 bis 18 Uhr auf dem Luisenplatz anzutreffen. Sie sammeln Geldspenden, verkaufen Engel-Buttons und wollen neue Mitglieder für ihr Netzwerk werben.

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