Presse
Darmstädter Echo: Das geschenkte Hollywoodlächeln - 11.05.2009
„Gesundheitsengel“: Im Haus der „Darmstädter Tafel“ behandeln Ärzte ehrenamtlich Patienten in sozialer Notlage
(Petra Neumann-Prystaj)
Ohne „Jogi“, seinen Kumpel aus der „Teestube“, hätte Thomas Mesmers nicht den Mut gefasst, sich endlich „die Raffel machen zu lassen“. „Jogi“ ging mit gutem Beispiel voran, und nun sitzt auch der vierundvierzigjährige Mesmer bei den „Gesundheitsengeln“, Bismarckstraße 100, erster Stock, und lässt sich von Zahnarzt Martin Ahrberg in den Mund schauen: oben nur Zahnfleisch, unten schwärzliche Stummel.
Bis zum Heinerfest sollen seine unteren Zähne überkront sein, und eine Prothese wird die fehlenden Zähne im Oberkiefer ersetzen. Ahrberg verspricht seinem Patienten zu dessen 45. Geburtstag im Juli „ein Hollywoodlächeln“.
Dieses Lächeln kostet den arbeitslosen Thomas Mesmer, Trainer des Fußballclubs für Obdachlose „Teestube“, keinen Cent. Denn die Ärzte vom Verein „Gesundheitsengel“ behandeln Menschen, die nicht krankenversichert sind, und AOK-Versicherte in sozialer Notlage, die in manchen Arztpraxen nicht gern gesehen werden, gratis. Sie unterstützen sie auch bei der Job- oder Wohnungssuche.
Bismarckstraße 100: Das ist seit einem Jahr die Adresse der 1995 gegründeten „Darmstädter Tafel“, die Menschen mit wenig Geld mit Mittagessen und Tüten mit Lebensmitteln zum symbolischen Preis von einem Euro versorgt. Die Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, werden von Supermärkten und Bäckereien gespendet.
In dem gelb angestrichenen Altbau sind aber auch Wohnungen untergebracht, in denen der gemeinnützige Verein Horizont im Auftrag der Stadt Obdachlose, die sesshaft werden wollen, und Strafentlassene betreut.
Seit sechs Wochen ist das Eckhaus zusätzlich Domizil der „Gesundheitsengel“, eines von dem Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg gegründeten Netzwerks, dem Ärzte, Anwälte und Steuerexperten angehören. Allmählich hat sich die Bismarckstraße 100 zu einem Haus für die elementaren Grundbedürfnisse Essen und Trinken, Wohnen und primäre Gesundheitsversorgung entwickelt.
Der Hessische Rundfunk hatte den Stein mit seiner Aktion „Drei Engel für Hessen“ ins Rollen gebracht. Ahrberg beteiligte sich an dem sozialen Wettbewerb und sanierte fünf Obdachlosen mit schlechten oder fehlenden Zähnen das Gebiss. Mit einem ansprechenden Gesicht, zu dem gesunde Zähne wesentlich beitragen, steigen ihre Chancen bei der Jobsuche, argumentierte er.
Der Zahnarzt bekam die Landes-Ehrung „Engel von Hessen“ und war einer von sieben Preisträgern auf Bundesebene, die aus dem Wettbewerb „startsocial 2005“ als Sieger hervorgegangen sind. Früh suchte er den Kontakt zu Doris Kappler, der Vorsitzenden der Darmstädter Tafel, und spendete seinen vom Hessischen Rundfunk (HR) erhaltenen Geldpreis für das von der Tafel damals benötigte witterungsbeständige Zelt.
Freitags, wenn Ahrberg frei hat, behandelt er von 10 bis 13 Uhr Besucher der „Tafel“ in der zweckmäßig eingerichteten Zahnarztpraxis der „Gesundheitsengel“. Schon seit einiger Zeit arbeitet er mit dem Internisten Wolfgang Kauder von der Malteser Migranten Medizin im Marienhospital zusammen, der (meist unversicherte) Einwanderer mit Zahnproblemen zu ihm schickt.
Im Untersuchungszimmer neben der Zahnarztpraxis kümmern sich der Gynäkologe Ahmad Banat und der Orthopäde Houshang Saffar um Patienten. Wenn eine langwierige Behandlung notwendig ist, schicken sie sie zu Fachärzten, die dem Netz der „Gesundheitsengel“ angehören, oder vermitteln sie in eine Klinik. Zahnarzt- und Arztpraxis sind pro Woche sechs Stunden geöffnet, und es kommen im Durchschnitt etwa zwei bis drei Patienten.
Die Arbeit der „Gesundheitsengel“ wird mit Spenden von Privatleuten und Firmen finanziert. Hinzu kommt die nicht unbeträchtliche Miete in Höhe von rund 900 Euro.
Ahrberg und seine Kollegen brauchen jetzt noch eine ehrenamtliche Bürokraft für den Telefondienst, das Fundraising (Spendenakquise) und Arbeiten am Computer. „Ehrensache“ in HR 3
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(Petra Neumann-Prystaj)
Ohne „Jogi“, seinen Kumpel aus der „Teestube“, hätte Thomas Mesmers nicht den Mut gefasst, sich endlich „die Raffel machen zu lassen“. „Jogi“ ging mit gutem Beispiel voran, und nun sitzt auch der vierundvierzigjährige Mesmer bei den „Gesundheitsengeln“, Bismarckstraße 100, erster Stock, und lässt sich von Zahnarzt Martin Ahrberg in den Mund schauen: oben nur Zahnfleisch, unten schwärzliche Stummel.
Bis zum Heinerfest sollen seine unteren Zähne überkront sein, und eine Prothese wird die fehlenden Zähne im Oberkiefer ersetzen. Ahrberg verspricht seinem Patienten zu dessen 45. Geburtstag im Juli „ein Hollywoodlächeln“.
Dieses Lächeln kostet den arbeitslosen Thomas Mesmer, Trainer des Fußballclubs für Obdachlose „Teestube“, keinen Cent. Denn die Ärzte vom Verein „Gesundheitsengel“ behandeln Menschen, die nicht krankenversichert sind, und AOK-Versicherte in sozialer Notlage, die in manchen Arztpraxen nicht gern gesehen werden, gratis. Sie unterstützen sie auch bei der Job- oder Wohnungssuche.
Bismarckstraße 100: Das ist seit einem Jahr die Adresse der 1995 gegründeten „Darmstädter Tafel“, die Menschen mit wenig Geld mit Mittagessen und Tüten mit Lebensmitteln zum symbolischen Preis von einem Euro versorgt. Die Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, werden von Supermärkten und Bäckereien gespendet.
In dem gelb angestrichenen Altbau sind aber auch Wohnungen untergebracht, in denen der gemeinnützige Verein Horizont im Auftrag der Stadt Obdachlose, die sesshaft werden wollen, und Strafentlassene betreut.
Seit sechs Wochen ist das Eckhaus zusätzlich Domizil der „Gesundheitsengel“, eines von dem Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg gegründeten Netzwerks, dem Ärzte, Anwälte und Steuerexperten angehören. Allmählich hat sich die Bismarckstraße 100 zu einem Haus für die elementaren Grundbedürfnisse Essen und Trinken, Wohnen und primäre Gesundheitsversorgung entwickelt.
Der Hessische Rundfunk hatte den Stein mit seiner Aktion „Drei Engel für Hessen“ ins Rollen gebracht. Ahrberg beteiligte sich an dem sozialen Wettbewerb und sanierte fünf Obdachlosen mit schlechten oder fehlenden Zähnen das Gebiss. Mit einem ansprechenden Gesicht, zu dem gesunde Zähne wesentlich beitragen, steigen ihre Chancen bei der Jobsuche, argumentierte er.
Der Zahnarzt bekam die Landes-Ehrung „Engel von Hessen“ und war einer von sieben Preisträgern auf Bundesebene, die aus dem Wettbewerb „startsocial 2005“ als Sieger hervorgegangen sind. Früh suchte er den Kontakt zu Doris Kappler, der Vorsitzenden der Darmstädter Tafel, und spendete seinen vom Hessischen Rundfunk (HR) erhaltenen Geldpreis für das von der Tafel damals benötigte witterungsbeständige Zelt.
Freitags, wenn Ahrberg frei hat, behandelt er von 10 bis 13 Uhr Besucher der „Tafel“ in der zweckmäßig eingerichteten Zahnarztpraxis der „Gesundheitsengel“. Schon seit einiger Zeit arbeitet er mit dem Internisten Wolfgang Kauder von der Malteser Migranten Medizin im Marienhospital zusammen, der (meist unversicherte) Einwanderer mit Zahnproblemen zu ihm schickt.
Im Untersuchungszimmer neben der Zahnarztpraxis kümmern sich der Gynäkologe Ahmad Banat und der Orthopäde Houshang Saffar um Patienten. Wenn eine langwierige Behandlung notwendig ist, schicken sie sie zu Fachärzten, die dem Netz der „Gesundheitsengel“ angehören, oder vermitteln sie in eine Klinik. Zahnarzt- und Arztpraxis sind pro Woche sechs Stunden geöffnet, und es kommen im Durchschnitt etwa zwei bis drei Patienten.
Die Arbeit der „Gesundheitsengel“ wird mit Spenden von Privatleuten und Firmen finanziert. Hinzu kommt die nicht unbeträchtliche Miete in Höhe von rund 900 Euro.
Ahrberg und seine Kollegen brauchen jetzt noch eine ehrenamtliche Bürokraft für den Telefondienst, das Fundraising (Spendenakquise) und Arbeiten am Computer. „Ehrensache“ in HR 3
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