Presse
Darmstädter Echo: Das neue Zelt ist ein Engelsgeschenk - 09.02.2005
Darmstädter Tafel – Von den Nachwirkungen einer Benefiz-Unterhaltungssendung im Fernsehen
(Petra Neumann-Prystaj)
Seit Montag steht ein witterungsbeständiges helles Zelt auf dem Gelände der Darmstädter Tafel in der Pallaswiesenstraße 184. Und niemand ist darüber glücklicher als Ursula Summer. Seit vier Jahren bewältigt die Frau, die eigentlich aus der Modebranche stammt und am liebsten thailändisch kocht, eine knifflige logistische Aufgabe. Mit Hilfe ihres ehrenamtlichen Mitarbeiterteams gelingt es ihr, aus geschenkten Lebensmitteln jeden Werktag 90 warme Mahlzeiten für Arme und Wohnsitzlose zu zaubern. "Wir sind ein Großunternehmen", merkt sie voller Stolz an.
Nie kann sie den Speiseplan vorausplanen, weil sie nehmen. muss, was die Supermärkte gerade hergeben. Zu exotisch dürfen die Gerichte auch nicht ausfallen.- dann meutert ihre Tafelrunde. Gestern wehte zum neuen Zelt der appetitliche Duft von Eintopf mit Würstchen herüber. Salat und Kräppel rundeten das Mittagessen am Fastnachtsdienstag ab. Besagtes Zelt wünschte sich die Darmstädter Tafel vom "Engel von Hessen", dem Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg. Fernsehzuschauer haben ihm während ener Benefiz-Unterhaltungssendung des Hessischen Rundfunks den mit einem Geldpreis verbundenen Titel zuerkannt weil sie seine Aktion für Arme und Obdachlose hervorragend fanden. Kostenlos sanierte Abrberg die Gebisse von Mittellosen, die schon lange nicht mehr zahnärztlich behandelt worden waren. Strahlend führten sie dem Fernsehpublikum ihre neuen, blitzsauberen Zähne vor.
Diese Patienten hat Jaleh Abrberg für ihren Ehemann Martin gesucht - und bei der Darmstädter Tafel gefunden. Deren Mitarbeiterinnen kochen seit 10 Jahren.für arme Leute. Alle Lebensmittel werden gespendet. Michael Roland, Rene - Jaleh Abrberg hat.seit Dezember viele Tafel-Besucher kennengelernt und hört sich geduldig an, wo sie der Zahn drückt. Hie und da ist eine kleine Nachbehandlung nötig. "Und täglich die Zähne gut putzen", mahnt die Frau des Zahnarztes.
Am kleinen Zelt prangt das Schild "Rolands Obst- und Gemüsezentrale". Hier stellen Roland, einer' der Mitarbeiter der Tafel, und die Helfer der fest angestellten Ursula Summer Kästen mit Gemüse, Obst und Backwaren auf, aus denen sich die Tafel-Besucher gratis bedienen dürfen. Im Altbau selbst, der aus allen Fugen platzt, könnten die Lebensmittel nicht untergebracht werden, deshalb mussten sie bisher im Freien ausgestellt werden. Gegen Schnee und Regen half eine Markise, nicht aber gegen schneidenden Wind und Minustemperaturen.
Das wird nun anders, weil die Mitnahme-Artikel im Zelt gelagert werden. In der nächsten Woche will der "Engel von Hessen" dafür noch ein Heizgerät, Stühle und Bänke spendieren. Im Sommer soll unter den Zeltplanen auch Essen serviert werden. Zwar hätte das Engel-Budget gut für ein größeres Zelt gereicht, aber dafür ist kein Platz auf dem Hof.
Täglich holen ein Zivildienstleistender und ein Ehrenamtlicher die Lebensmittel für die Darmstädter Tafel von Bäckereien und Supermärkten ab. Es sind unverkaufte Waren, kurz vor dem Verfallsdatum, Brot, Brötchen und Kuchen vom Vortag und Stiegen mit Obst und Gemüse, aus denen die verdorbenen Salate, Tomaten oder Orangen per Hand aussortiert werden müssen. Sollte es einmal keine Sonderangebote geben, kann Ursula Summer immer noch auf die eisernen Rationen in ihrer Vorratskammer und Tiefkühlware zurückgreifen. Im Notfall würde sie ihren Gästen Spaghetti mit Tomatensauce vorsetzen. Der aber ist noch nie eingetroffen. Reste bleiben selten übrig. Und wenn, dann werden sie an Tierbesitzer abgegeben, nichts kommt um.
Geschichte der Darmstädter Tafel Die Darmstädter Tafel wurde1995 nach dem Vorbild anderer deutscher Tafeln für Notleidende von Doris Kappier gegründet. Inzwischen gibt es im Bundesgebiet über 300 Tafeln. Seit 1997.befindet sich die Tafelküche in der Pallaswiesenstraße 184, seit.2001 ist Ursula Summer Geschäftsführerin. Dank großzügiger Spender verfügt die Tafel über einen Transporter mit Kühlvorrichtung und eine professionelle Kücheneinrichtung. 2000 erhielt der Verein den Ludwig-Metzger-Preis zuerkannt.
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(Petra Neumann-Prystaj)
Seit Montag steht ein witterungsbeständiges helles Zelt auf dem Gelände der Darmstädter Tafel in der Pallaswiesenstraße 184. Und niemand ist darüber glücklicher als Ursula Summer. Seit vier Jahren bewältigt die Frau, die eigentlich aus der Modebranche stammt und am liebsten thailändisch kocht, eine knifflige logistische Aufgabe. Mit Hilfe ihres ehrenamtlichen Mitarbeiterteams gelingt es ihr, aus geschenkten Lebensmitteln jeden Werktag 90 warme Mahlzeiten für Arme und Wohnsitzlose zu zaubern. "Wir sind ein Großunternehmen", merkt sie voller Stolz an.
Nie kann sie den Speiseplan vorausplanen, weil sie nehmen. muss, was die Supermärkte gerade hergeben. Zu exotisch dürfen die Gerichte auch nicht ausfallen.- dann meutert ihre Tafelrunde. Gestern wehte zum neuen Zelt der appetitliche Duft von Eintopf mit Würstchen herüber. Salat und Kräppel rundeten das Mittagessen am Fastnachtsdienstag ab. Besagtes Zelt wünschte sich die Darmstädter Tafel vom "Engel von Hessen", dem Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg. Fernsehzuschauer haben ihm während ener Benefiz-Unterhaltungssendung des Hessischen Rundfunks den mit einem Geldpreis verbundenen Titel zuerkannt weil sie seine Aktion für Arme und Obdachlose hervorragend fanden. Kostenlos sanierte Abrberg die Gebisse von Mittellosen, die schon lange nicht mehr zahnärztlich behandelt worden waren. Strahlend führten sie dem Fernsehpublikum ihre neuen, blitzsauberen Zähne vor.
Diese Patienten hat Jaleh Abrberg für ihren Ehemann Martin gesucht - und bei der Darmstädter Tafel gefunden. Deren Mitarbeiterinnen kochen seit 10 Jahren.für arme Leute. Alle Lebensmittel werden gespendet. Michael Roland, Rene - Jaleh Abrberg hat.seit Dezember viele Tafel-Besucher kennengelernt und hört sich geduldig an, wo sie der Zahn drückt. Hie und da ist eine kleine Nachbehandlung nötig. "Und täglich die Zähne gut putzen", mahnt die Frau des Zahnarztes.
Am kleinen Zelt prangt das Schild "Rolands Obst- und Gemüsezentrale". Hier stellen Roland, einer' der Mitarbeiter der Tafel, und die Helfer der fest angestellten Ursula Summer Kästen mit Gemüse, Obst und Backwaren auf, aus denen sich die Tafel-Besucher gratis bedienen dürfen. Im Altbau selbst, der aus allen Fugen platzt, könnten die Lebensmittel nicht untergebracht werden, deshalb mussten sie bisher im Freien ausgestellt werden. Gegen Schnee und Regen half eine Markise, nicht aber gegen schneidenden Wind und Minustemperaturen.
Das wird nun anders, weil die Mitnahme-Artikel im Zelt gelagert werden. In der nächsten Woche will der "Engel von Hessen" dafür noch ein Heizgerät, Stühle und Bänke spendieren. Im Sommer soll unter den Zeltplanen auch Essen serviert werden. Zwar hätte das Engel-Budget gut für ein größeres Zelt gereicht, aber dafür ist kein Platz auf dem Hof.
Täglich holen ein Zivildienstleistender und ein Ehrenamtlicher die Lebensmittel für die Darmstädter Tafel von Bäckereien und Supermärkten ab. Es sind unverkaufte Waren, kurz vor dem Verfallsdatum, Brot, Brötchen und Kuchen vom Vortag und Stiegen mit Obst und Gemüse, aus denen die verdorbenen Salate, Tomaten oder Orangen per Hand aussortiert werden müssen. Sollte es einmal keine Sonderangebote geben, kann Ursula Summer immer noch auf die eisernen Rationen in ihrer Vorratskammer und Tiefkühlware zurückgreifen. Im Notfall würde sie ihren Gästen Spaghetti mit Tomatensauce vorsetzen. Der aber ist noch nie eingetroffen. Reste bleiben selten übrig. Und wenn, dann werden sie an Tierbesitzer abgegeben, nichts kommt um.
Geschichte der Darmstädter Tafel Die Darmstädter Tafel wurde1995 nach dem Vorbild anderer deutscher Tafeln für Notleidende von Doris Kappier gegründet. Inzwischen gibt es im Bundesgebiet über 300 Tafeln. Seit 1997.befindet sich die Tafelküche in der Pallaswiesenstraße 184, seit.2001 ist Ursula Summer Geschäftsführerin. Dank großzügiger Spender verfügt die Tafel über einen Transporter mit Kühlvorrichtung und eine professionelle Kücheneinrichtung. 2000 erhielt der Verein den Ludwig-Metzger-Preis zuerkannt.
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