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Darmstädter Echo: Ein Engel verschenkt schöne Zähne - 01.12.2004
 

HR-Fernsehsendung - Zahnarzt Martin Ahrberg will fünf Obdachlosen zu einem gepflegten Äußeren verhelfen.
(Petra Neumann-Prystaj)


Dr. Martin Ahrberg (Foto: ROMAN GRÖSSER)
Der Engel trägt einen blauen Kittel und wirkt entspannt, obwohl er einen Berg von Arbeit vor sich, hat. Aber gute Taten verleihen eben Flügel. Seit einigen Tagen weiß der Darmstädter Zahnarzt Martin Ahrberg, dass er zum Engel gekürt wurde. Diese Ehre teilt er mit zwei anderen Hessen, die sich beim Hessischen Rundfunk als Kandidaten für die Aktion "Drei Engel für Hessen" gemeldet hatten. Mit seiner Idee, fünf Obdachlosen ein schönes neues Lächeln und ein neues Erscheinungsbild zu geben, kam Ahrberg unter 120 Bewerberinnen und Bewerbern auf einen der drei vorderen Plätze. Der Hessische Rundfunk wird die guten Taten ab 11. Dezember in Bild und Ton festhalten. Ahrbergs Konkurrenz-Engel konzentrieren sich auf andere soziale Schwerpunkte: Sie wollen ein Projekt für Jugendliche, beziehungsweise für ältere Menschen ins Leben rufen.

Während der am 18. Dezember in Kassel ausgestrahlten Abschluss-Show dürfen die Fernsehzuschauer per TED entscheiden, welcher der drei Wohltäter"Engel für Hessen" wird. Er soll innerhalb einer Woche mit möglichst wenig Geldeinsatz das meiste erreicht haben. Von jedem Anruf profitiert der Sieger mit 30 Cent. Alle Einahmen sind für die Weiterführung des Projekts bestimmt, nicht für das eigene Portemonnaie.

Für Martin Ahrberg stand sofort fest, dass die von ihm angeregte gute Tat ein Selbstläufer werden muss. Kaum vom HR in den Engelsstatus erhoben, suchte er in Darmstadt den Kontakt zu ärztlichen Kollegen anderer Fachrichtungen, die wie er monatlich zur kostenlosen Behandlung von ein bis zwei sozial Schwachen bereit sind. Und mehr noch: Ein Darmstädter Bekleidungshaus und ein Friseur haben ihm versprochen, den fünf Männern und Frauen, deren Gebisse er sonntags und am Feierabend in seiner Praxis sanieren wird, zu einem gepflegten Äußeren zu verhelfen. Vielleicht gelingt es ihnen dank schicker Frisur und Kleidung, ihr Leben umzukrempeln. Bestimmt werden sie aber eine sympathischere Ausstrahlung und Selbstsicherheit gewinnen.

Als erstes muss Ahrberg geeignete Kandidaten finden, die ihre Angst vor dem Zahnarzt bekämpfen und während der aufwendigen Behandlung tapfer bei der Stange bleiben. Der Zahnarzt suchte und fand sie mit Hilfe seiner Mitarbeiterinnen in der" Teestube" für Obdachlose, im Übernachtungsheim des. Diakonischen Werkes und der "Darmstädter Tafel", die Bedürftige täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Ahrberg wünscht sich weitere Mitstreiter. Etwa Optiker, die den Mittellosen Brillen schenken. Oder Firmen, die kostenlos Zahnpflegemittel und Vitaminpräparate für Besucher der "Darmstädter Tafel" zur Verfügung stellen.

Initiative soll auch in Zukunft weitergehen
Flugs hat er mit Gleichgesinnten die Aktion "Die Gesundheits-Engel" ins Leben gerufen, um ein strapazierfähiges Netzwerk auszulegen. Darüber informiert er im Internet unter www.diegesundheitsengel. de. So sorgt er dafür, dass seine Initiative weiterwirkt - auch wenn er nicht "Engel von Hessen" werden sollte. Denn schließlich hat er ja noch zwei Konkurrenten. Mit ihnen wird er am 11. Dezember fürs Hessische Fernsehen auf dem Wiesbadener "Sternschnuppenmarkt" vor dem Landtag gefilmt. Weil auch Engel in Not, geraten können, bekommen sie drei Paten: Ex-Bundesminister Norbert Blüm, den Mainzer Kardinal Karl Lehmann und die ehemalige "No Angel"-Sängerin Jess. Dann rollt das Startgeld, 1000 Euro, und die guten Taten können Gestalt annehmen. Bis zum Kasseler Finale am 18. Dezember begleiten Kamerateams die Engel und ihre Schützlinge auf allen ihren Wegen.


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